• Home
  • #incommunicado
  • Bücher
  • Seminare
  • Postjournalismus
  • Impressum
  •  

    Die Grünen und der politische Islam

    June 19th, 2013

    Ein Freund stellt eine sehr berechtigte Frage: Der politische konservative Islam ist ein radikaler Gegensatz zu grüner Gesellschaftspolitik und Weltanschauung, warum wird er von euch nicht härter angegriffen – ohne jenseitige Abschiebeforderungen wie von Efgani Dönmez?

    1. Als Medienmensch muss ich sagen: Es existiert in Österreich schlicht und einfach das Umfeld für eine seriöse öffentliche Debatte nicht. Dass Efgani innerhalb einer Stunde Unterstützung von FPÖ-Mastermind Herbert Kickl, flächendeckenden Zuspruch von rechten Kampfpostern und dann auch noch freundliche Post von Jeannée bekam, war absehbar. Wir agieren hier in einem vergifteten Umfeld, das man berücksichtigen muss. Ja, es ist natürlich möglich, differenzierte und trotzdem klare Aussagen zu treffen. Man kann Sexismus, Homophobie, antidemokratische Einstellungen usw. beim Namen nennen und klarstellen, dass man eben nicht verallgemeinert. Das geht – im persönlichen Gespräch und medial. Aber eines ist nicht möglich: Zu verhindern, dass die Rechtspopulisten deine Aussagen missbrauchen, wenn du sie medial machst.

    Deshalb hinkt der Vergleich mit Deutschland, dort gibt es weder die FPÖ noch die Krone. Wer glaubt, dass ich übertreibe, soll die Kickl-Aussendung nachlesen.

    2. Ich sehe auch keine Notwendigkeit, eine hitzige mediale Debatte zu führen. Ja, das wünscht sich mein Freund, weil er sie dann mitkriegen würde. Aber geht’s um Medieneffekte oder um echte Effektivität? Die konservativ-politisch-islamischen Organisationen führen keine mediale Debatte in Österreich. Wir könnten in den Medien über sie reden, aber nicht mit ihnen. Und, wichtiger: nicht mit den Menschen, die sie erreichen und die auch wir erreichen wollen.

    Wir Grüne haben vier türkisch-stämmige MandatarInnen in höheren Positionen als ein Bundesrat. Drei Landtagsabgeordnete in Vorarlberg, Tirol und Wien, dazu eine Nationalratsabgeordnete (Vahide AydinAhmet DemirSenol Akkilic und Alev Korun). Und viel mehr als ich aufzählen kann auf Bezirks- und Gemeindeebene. Wir haben innerhalb der Grünen eine eigene Landesorganisation für MigrantInnen und Minderheiten eingerichtet, das “10. Bundesland”, mit Sitz und Delegationen in allen Gremien.
    Viele Leute stecken seit sehr vielen Jahren sehr viel Arbeit in die islamische Community und auch in die Auseinandersetzung mit unseren politischen Gegenkräften. Das ist Arbeit abseits der Scheinwerfer, abseits von ZiB-Auftritten und Schlagzeilen, ohne blöde Sprüche. Das sind hunderte, tausende Abende ohne medialem Ruhm in Vereinslokalen,  in Kulturzentren, auf Veranstaltungen. Basisarbeit.

    Der Vorwurf, wir würden uns nicht um das Thema kümmern, ist falsch. Der Vorwurf, wir würden kaum darüber reden, stimmt. Siehe 1.

    3. Strache schafft es derzeit nicht, das “Ausländerthema” hochzuziehen und damit den Wahlkampf zu dominieren. Und ich werd ihm dabei nicht helfen.



    Eine perfide Propaganda-Show

    June 2nd, 2013

    Man redet in der Politik halt miteinander, auch wenn man politischer Gegner ist. Und manchmal deponiert man beim Gegner auch etwas, wenn es zum eigenen Vorteil ist. Vorige Woche, da hat mit mir jemand geplaudert. Ich glaub nicht, dass er sich verplaudert hat, sondern dass es gezielt war.

    Stronach hatte gerade die Gewerkschaften kritisiert. Das ist abgesprochen, hieß es. Die SPÖ kooperiert im Vorwahlkampf mit dem Team Stronach, sagte mein Gesprächspartner. Akkordiert auf höchster Ebene, koordiniert zwischen den Klubobleuten Josef Cap und Robert Lugar. Das Thema: Die Gewerkschaften. Stronach greift an, präsentiert sich als tatkräftiger Manager, als erfolgreicher Wirtschaftsmann. Und die SPÖ, die hält dagegen, als Partei der Arbeit.

    anim_3

     

    Die SPÖ hat ihren ganzen Vorwahlkampf auf eine Message konzentriert: Wir sind die traditionelle Partei der Arbeiterschicht und wir wollen diese Kernschicht halten. Für die kleinen Arbeiter, gegen die Herrschaft der Milliardäre, Signalfarbe rot, den Kanzler bis zum Finale verstecken. Norbert Darabos zieht das konsequent durch: Er weiß und hat akzeptiert, dass die SPÖ diesen Wahlkampf dadurch gewinnen kann, dass sie am wenigsten verliert und erste bleibt. Das ist das Ziel, daher müssen Kernschichten zur Urne gebracht werden. Kernschichten, wie die 1,2 Millionen Gewerkschaftsmitglieder.

    Der Streit um die Gewerkschaft bringt beiden, SPÖ und Stronach, etwas: Profilschärfung in einem umkämpften Segment. Die FPÖ lag in Umfragen schon bei 27% und dümpelt jetzt bei 18% dahin. Die Differenz ist die hoch bewegliche Hauptzielgruppe sowohl für die SP als auch für das Team Stronach. Wenn sie sich diese 9 Prozent der WählerInnen teilen können – egal in welchem Verhältnis – haben sie gewonnen. Dass Stronach durch so eine Positionierung auch noch das sterbende BZÖ und ein bisserl was von der VP abräumt, ist die Draufgabe (Fies: Die Volkspartei kann in das Thema kaum einsteigen. ÖAAB-Mann Spindelegger kann sich weder gegen die ArbeiterInnen-Vertretung stellen noch vehement für den rot dominierten ÖGB eintreten.)

    Ich habe natürlich, als ich das erfahren habe, die Pressestelle meiner Partei, die grünen Gewerkschafter und ein paar JournalistInnen informiert. Aber die Kampagne rollt eh auffällig genug an. Wenige Stunden danach kam eine Aussendung von TS-Mann Lugar: Das Team Stronach richtet eine ÖGB-Beschwerdestelle ein. Zweiter Streich. Und heute, nach der Pressestunde, schau ich noch Hohes Haus, und was sehe ich? Den dritten Streich: SPÖ-Nationalratsabgeordnete und ÖGB-Vizepräsidentin Sabine Oberhauser bekommt ein Streitgespräch mit Robert Lugar und darf vehement und emotional die Gewerkschaften im ORF verteidigen. Gegen Angriffe, die mit der SPÖ akkordiert sind. Die Sozialdemokratie hat die Gewerkschaften wohl schon oft benutzt, so aber noch nie.

    Realpolitisch hat das natürlich keinerlei Relevanz: Mit wem als Koalitionspartner sollte Stronach die Gewerkschaften – einen privaten Verein – denn auflösen bzw verbieten wollen? Und auf welcher rechtlichen Grundlage? Das ist nur Gebrüll, das zwei Parteien nutzt und dem ÖGB halt ein bisserl schadet. Das muss er in einem Wahljahr offensichtlich aushalten, wenn die SP es will.

    Eine ziemlich perfide Propaganda-Show, die da abrollt. Da passt schon, was Google bei der Bildersuche für diesen Blogeintrag vorgeschlagen hat:

    Bildschirmfoto 2013-06-02 um 13.54.23

     

    PS: Wir Grüne stehen natürlich auf Seiten der Gewerkschaften. Und ich bin der Meinung, wir tun das am Besten, indem wir diese Inszenierung nicht mitspielen, sondern auf den Missbrauch der Bewegung durch diese Tricks hinweisen.



    Die neue grüne Situation

    May 22nd, 2013

    Vier Landtagswahlen in Serie und die politische Landschaft Österreichs ist dramatisch verändert: In vier, hoffentlich bald fünf Ländern regieren Grüne, in den Medien gelten wir plötzlich als neue Großpartei, Stronachs undefinierbares Experiment ist ein Faktor, und die, von denen man noch vor sechs Monaten vermuten konnte, dass sie die Nationalratswahlen dominieren werden, können wir in einer Analyse praktisch ignorieren.

     

    Was kommt: Angriffe auf Grün

    Das bedeutet kurzfristig zunächst eines: Wir werden im September zur Zielscheibe von Rot und Schwarz werden. Den anderen, die gerade irrelevant sind, werden sie keine Relevanz verschaffen (das hoffe ich zumindest und das ist strategisch auch richtig).

    Also: Rot gegen Schwarz-Grün und Schwarz gegen Rot-Grün.

    Man wird uns mit zwei Themen besonders treffen wollen und vermutlich auch können: a) Demokratieverständnis und b) Sauberkeit.

    Beim Demokratieverständnis gibt’s zwei einfache Tricks: Man spielt die Bundesländer gegeneinander aus und man vergleicht das grüne Programm (100% Grün) mit den Koalitionspapieren (30-40% Grün). Entspechende Anträge sind schnell geschrieben. Die Grünen in Oberösterreich haben nach vielen Jahren Koalition etwas durchgebracht, das die Grünen in Tirol nicht ausverhandeln konnten? Dann stellt die SP Tirol einen entsprechenden Antrag, dem die Tiroler Grünen in der Koalition nicht zustimmen dürfen. (Ich freu mich schon drauf, ich nehme diese roten Anträge dann nämlich und stelle sie im Burgenland und schau mir an, ob die SP hier die Koalition bricht und rot-grüne Beschlüsse fasst.)

    Das klingt nach dummen taktischen Spielchen? Nun, Spielchen ja, aber es sind Wahlkampftricks, die gar nicht dumm sind. Sie werden uns Grünen schlechte Presse bringen.

     

    Zwei Beispiele aus Wien

    Der Wiener Regierungsbeteiligung wird da eine besondere Bedeutung zukommen: Sie ist die einzige Rot-Grüne, es ist das mit Abstand einwohnerInnenstärkste grün regierte Bundesland und die bundesweite Medien-/JournalistInnen-Szene sitzt vornehmlich in Wien und kriegt die Landespolitik auch mit. Die Angriffe der VP werden sich also auf die Hauptstadt konzentrieren. Zwei Beispiele erlebten wir in der letzten Woche: Eine Anfragebeantwortung und die grün gefärbten Radwege.

    Zunächst die Anfrage: Karl Öllinger stellt auf Bundesebene regelmäßig Anfragen und lässt sich die von Ministerien vergebenen Berateraufträge auflisten. Die Wiener VP hat diese Anfrage den Wiener StadträtInnen gestellt. Aber sie hat dabei eine Kleinigkeit geändert: Sie hat nicht nur nach Aufträgen gefragt, sondern auch nach Angeboten.

    Vorweg: Das Ressort von Maria Vassilakou hat keinen Beratungsauftrag vergeben, man hätte die Anfrage also mit einem einfachen Satz beantworten können: Null Aufträge, null Euro.

    Das ist aber nicht passiert. Auf BeamtInnen-Ebene ist den zuständigen Personen aufgefallen, dass die Anfrage nicht 1:1 vom Bund auf das Land Wien umzulegen ist, weil die Bundesverfassung eben nicht die Landesverfassung ist und die Geschäftsordnung des Parlaments nicht die die des Gemeinderats. Die zusätzliche Frage nach den Angeboten ist ein besonderes Problem: Angebote, die nicht zu Aufträgen werden, unterliegen dem Datenschutz. Das ist geltendes Gesetz – das finde ich übrigens problematisch, es ist aber trotzdem Gesetz.

    Die VP-Anfragen waren damit – nach der geltenden Rechtslage in Wien – unsauber formuliert und unzulässig. Es wurde auf Beamtenebene empfohlen, die Anfragen daher nicht zu beantworten. Alle Ressorts, auch das grüne, sind dieser Empfehlung gefolgt und haben dem keine weitere Bedeutung beigemessen. Routine, wie sie dutzendfach vorkommt.

    Die VP hat aus Sicht eines Oppositionspolitikers und -pressemenschen extrem professionell reagiert. Sie hat das an JournalistInnen gespielt – und zwar mit dem Schwerpunkt: Die Grünen beantworten eine Anfrage zu Beraterverträgen nicht, das ist undemokratisch, die haben was zu verbergen. Die SPÖ-Ressorts haben sie dabei null interessiert, sie zielten auf uns.

    Die Story wurde am Montag Abend Medien zugespielt. Um 19:00 Uhr ging ein Artikel um Standard online. Spätestens um 21:00 wurde Armin Wolf darauf aufmerksam – Eva Glawischnig war um 22:00 Uhr in der ZiB2 im Interview, also Feuer am Dach.

    Bildschirmfoto 2013-05-22 um 12.35.31

    Es wäre – aus Sicht der VP – natürlich perfekt gewesen, wäre Eva mit dem Vorwurf „Grüne vertuschen ja auch, wenn sie regieren“ konfrontiert worden. Egal, was sie erklärt hätte, irgendwas wäre schon hängen geblieben. Die Sache ließ sich zum Glück noch aufklären…

    Bildschirmfoto 2013-05-22 um 12.35.41

    … aber die Diskussion blieb stressig: Mehrere VP-nahe twitterer haben versucht, die Sache als schmutzig darzustellen. Natürlich: Die Antwort war formal korrekt, aber formal korrekt reicht halt nicht, wenn man so hohe Ansprüche wie wir weckt. Wir dürfen (und wollen) das Datenschutzgesetz nicht brechen, aber “Null Aufträge, daher null” Euro wäre eine mögliche Antwort gewesen und es wäre die richtige Antwort gewesen.

    Aber man muss diesen Fehler in Relation setzen: Der Vorwurf der Intransparenz kommt von einer der Parteien, die den Korruptions-Untersuchungsausschuss mutwillig abgedreht haben. Das Grüne Ressort hätte eine schlecht formulierte Anfrage  deutlicher beantworten dürfen, hat also völlig korrekt, aber nicht mit maximaler Bemühung geantwortet. Und das wurde in den Diskussionen dieses Abends gleichgesetzt mit Vertuschungen aller Art, wie sie seit Monaten und Jahren hochpoppen, immer entweder rot, schwarz oder blau.

    Das wird in den nächsten Monaten verstärkt auf uns zukommen. Wir sind auch selbst daran schuld: Slogans wie “100% bio, 0% korrupt”  sind inhaltlich richtig und führen uns zu Wahlerfolgen. Sie bringen die politischen Gegner auch dazu, diese Null Prozent anzugreifen. Irgendwas müssen sie bis September finden. Es darf nicht bei 0% bleiben – schon 0,001% würden reichen. Schon irgendeine Spesenrechnung bei der ein Grüner schlampig war und 100 EUR mehr rausbekommen hat, als ihm evtl zusteht, ist jetzt gefragt. Egal was, es wird dann gleich gesetzt werden mit Telekom und Eurofighter und was auch immer.

     

    Die grünen Radwege

    Bei den Radwegen lief es ja nicht anders: Die Grünen wollen Radwege färben um die Sicherheit zu erhöhen und kommen auf die Idee, dafür grün zu nehmen. Das wird in Diskussionen mit Korruption gleichgesetzt, mindestens mit den Inseratenkampagnen der Regierungsbüros. Das Landwirtschaftsministerium vergibt Millionenaufträge zur “Information” der BäuerInnen und klatscht das Portrait des Ministers prominent auf über 95% der Inserate – und das ist plötzlich gleichwertig mit gefärbten Radwegen, die keine Informationsveranstaltung sind, sondern tatsächlich real existierende Sicherheitsmaßnahmen.

    Ich verstehe voll und ganz, dass sich die Wiener VP auf dieses Thema draufsetzt. Die machen das hochgradig geschickt, aus der rein professionellen Perspektive betrachtet. Aber darüber, wie gut diese Tricks funktionieren, kann ich trotzdem nur den Kopf schütteln.

     

    Die rote Eifersucht

    Jetzt gerade, während ich das schreibe, braut dich etwas Ähnliches mit umgekehrten Vorzeichen zusammen: Die Salzburger Grünen werden heute Abend entscheiden, ob sie Verhandlungen mit VP und Team Stronach aufnehmen. Ich persönlich, aus der Ferne betrachtet, fand ja das Angebot der SP reizvoll, Astrid Rössler zur Landeshauptfrau zu wählen. Mehrere hochrangige SPÖler im Burgenland haben mich, wenn wir uns bei unterschiedlichen Veranstaltungen begegnet sind, darauf angesprochen – vom Landeshauptmann abwärts.

    Kein einziger SPÖler hat dabei Grün-Rot-TS ausgeschlossen, weil man mit den Stronach-Leuten aus Prinzip nicht könne. Das sieht auch kein Roter so. Dazu bräuchte es aber auch das Team Stronach, die sind ja auch zu fragen. Und nach meinen Infos schließen die das aus, weshalb diese Variante realpolitisch nicht in Frage kommt.

    Aber was war das erste, was mir heute vormittag ein enger Vertrauter des Landeshauptmannes öffentlich auf facebook ausgerichtet hat, als ich das Angebot der VP erwähne, ohne zu werten? “Das ist alles, was dir zu einer Koalition mit TS einfällt?? Mit einem Mandatar, der mal FPÖ-Abgeordneter war? Ansonsten lese ich immer sehr klare Aussagen von dir!”

    Sollte es zu Verhandlungen mit VP und TS kommen – und das entscheiden nur die Salzburger Grünen – wird das morgen wie eine Flut über uns hereinbrechen. Schon in den letzten Tagen habe ich einen regelrechten Dammbruch bei SPlern wahrgenommen – die Enttäuschung, dass wir in mehreren Bundesländern mit den Schwarzen koalieren, ist gewaltig. Bei einer Partei, selbst seit Jahrzehnten genau das macht… Ein anonymer Kommentar im Standard fasst das ganz gut zusammen:

    Bildschirmfoto 2013-05-22 um 13.52.41

    Natürlich steht dahinter nicht nur kindliche Eifersucht, zumindest nicht auf der Ebene der höheren FunktionärInnen und PressemitarbeiterInnen. Ab sofort wird die SP hier strategisch ganz fest draufhauen, um rot-grüne WechselwählerInnen zu warnen. Hätten wir grün-rot-Stronach verhandelt, wäre es eben die VP. Dieses Spielchen wird jetzt neue Dimensionen erreichen…

     

    Bildschirmfoto 2013-05-22 um 13.58.32

    Bleibt als Fazit zunächst eines: Das mediale Umfeld des Nationalratswahlkampfes hat sich so dramatisch verändert, wie seit Jahren nicht. Eine bestimmte Partei kann gar aktuelle Stunden im Nationalrat zu früheren Aufregerthemen machen und niemanden juckts.
    Wir Grüne werden jetzt noch ein paar Wochen medialen Rückenwind haben. Da ist alles neu und aufregend und dass wir plötzlich so gut dastehen, das ist eine G’schicht. Bis Ende Juni. Dann ist Sommerpause – und das Wahlkampf-Finale wird vorbereitet. Der September wird ziemlich stressig für uns, wir werden vom Status als Everybody’s Darling ins Zentrum der Kritik und der Schlammschlacht rücken. Es wird grauslich werden.

    Ich werde das hier auf dem Blog auch aus dieser Meta-Perspektive begleiten. Und ansonsten freu ich mich drauf: Es ist schon richtig und wichtig, mitten drin zu sein, wenn es kracht. Gefällt mir besser als das Kommentieren vom Spielfeldrand, auch wenn man sich dabei keine Flecken holt…

     



    Tag der Arbeit…

    May 1st, 2013

    … und was ich sehe, ist Folklore und Arbeitskampf-Romantik. Und sanfte Witze der Wirtschaftskammer. Warum? Weil die Realwirtschaft nicht mehr der Kampfplatz der Gesellschaft ist. Es geht nicht mehr um ArbeitgeberInnen gegen ArbeitnehmerInnen, die sitzen schon längst in einem Boot und sind als kleine Selbständige oft beides gleichzeitig.

    Die alte Linke tut immer noch so, als könnte sie mit Streiks und roten Fahnen und organisierten Massen Druck ausüben, als könnte sie verhandeln und damit drohen, Übereinkünfte aufzukündigen. Und die Wirtschaftskammer spielt mit, damit sie im Spiel bleibt.

    Dabei wurde der Gesellschaftsvertrag der kapitalistischen Demokratien längst gekündigt: Nicht von den ArbeiterInnen, nicht von den UnternehmerInnen, sondern von den InvestorInnen und AnlegerInnen, vom flüchtigen Kapital.

    Freundschaft!

    247999_10200613225567190_17625444_n

    PS: Und deshalb bleibt das von den Massen: Ein verkleinerter Rathausplatz. (Foto getwittert von Michael Jungwirth)

    BJKqg5KCUAApzRw



    The Hippie Activist

    April 17th, 2013

    Sollten PolitikerInnen gut angezogen sein?

    Ja.

    Als Gegner der Pinke-Pullis-über-den-Schultern-Kultur und gut sitzender Seitenscheitel will ich hier im Rahmen der kommenden Wahlkämpfe für die Grünen einen kleinen Auszug aus meinem Kleiderschrank präsentieren.

    Mode macht den Unterschied.

    Man kann auch die Politik unter dem Deckmantel der Alltagsmode (mit einer occasional cameo of high fashion) sehen – schließlich wollen auch Nadelstreif-Sozialisten und ältere Damen in biederen Kostümen damit etwas vermitteln.

    Nein, das wird kein Fashion Blog. Ich werde nur versuchen unsere politische Geschichte mal aus einem anderen Blickwinkel zu erzählen. Dem schönen Winkel.

    Heute kann ich sogar ein mehr oder weniger praktisches Beispiel bringen, wie man “on the road” mal ein Outfit zusammenschustern muss. Ich bin die Tage im Landtag in Eisenstadt, im Erweiterten Bundesvorstand in Wien und im Landtagswahlkampf in Innsbruck – da ich grundsätzlich eher mit leichtem Gepäck reise, ziehe ich überall das selbe an (nein, nicht das Gleiche).
    Zusätzlich dazu kommt auch noch das Faktum, dass ich zu Hause immer faul mit meinen Haaren bin. Aus welchem Grund auch immer mach ich mir hier selten die Mühe meine Natur-Locken auszuföhnen. Das Resultat: “Bruce Willis nach sieben Tagen ohne Haarschneider”. Zitat Eva Glawischnig. Mit dem Bruce-Look kann ich freilich auch leben.



    IMG_20130417_130453 IMG_20130417_130833

    Unbenannt-1

    IMG_20130417_131153

     

    Cord-Sakko: Peek & Cloppenburg
    T-Shirt: keinen blassen Schimmer
    Jeans: Levi’s
    Schuhe: Jogginghosenunterstülper
    Brille: Fielmann

    Teile des Textes wurden von hier übernommen: The Hippie Capitalist.



    Transparenzgesetz.at Info-Logo