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    Was Glyphosat mit dem Bayer-Monsanto-Kauf zu tun hat

    Am ersten Juli läuft die Zulassung für das Pflanzengift Glyphosat aus. Und dieser Termin macht die Industrie und ihre Lobbys mittlerweile ziemlich nervös. Denn durch den Widerstand in den Mitgliedsstaaten und den Protest der Zivilgesellschaft scheint eine Verlängerung der Zulassung heute fraglich. Vor allem Deutschland hat sich bisher geweigert, einer Neuzulassung zuzustimmen und so eine qualifizierte Mehrheit im Rat verhindert. Einen Monat vor Ablauf der Zulassung wagt die Kommission jetzt einen neuen Vorstoß und versucht, die Blockade zu umgehen.

    Der Plan: Die Kommission strebt eine 12- bis 18-monatige „technische Verlängerung“ an. In dieser Zeit soll die ECHA (European Union‘s Ageny for Chemical Products) eine neue Studie erstellen, die untersuchen soll, ob das aggressive und jedenfalls immens gesundheitsgefährdende Pflanzengift tatsächlich krebserregend ist. Die Kommission öffnet sich damit eine taktische Hintertür. Sie spielt auf Zeit – in der Hoffnung, dass nach einem Abebben des Widerstandes die Zulassung von Glyphosat quasi unterhalb des öffentlichen Radars weiterlaufen könnte.

    Während dieses Pokers arbeitet der Saatgut-Konzern Monsanto, der das Pflanzengift unter dem Namen „Roundup“ verkauft, schon am nächsten Streich. Der deutsche Chemieriese Bayer hat gerade ein offizielles Kaufangebot für Monsanto in Höhe von 62 Milliarden Dollar vorgelegt. Monsanto hat das erste Angebot als zu niedrig abgelehnt, ist aber offen für weitere Verhandlungen. Das heißt: eine Übernahme durch Bayer scheint derzeit weiterhin sehr wahrscheinlich – und würde einen Megakonzern schaffen, der ein Viertel des weltweiten Agrochemiemarktes beherrscht. Unsere Landwirtschaft und damit auch die Art und Weise, wie in Zukunft unsere Lebensmittel produziert werden, würden massiv beeinflusst werden.
    Und, was bisher nur wenig bekannt ist: auch Bayer bietet das Pestizid Glyphosat an. Wenn die Zulassung von Glyphosat also nicht verlängert wird, könnten die beiden Konzerne Milliardenverluste einfahren. Und dies würde auch Bayers Pläne, nämlich der weltweit größte Pestizid- und Saatguthersteller zu werden, erheblich stören. Die Lobbys der Großkonzerne werden die nächsten Wochen ihren Druck auf Deutschland massiv erhöhen, um es auf Ratsebene doch noch zum Einlenken zu bewegen.

    Für uns Grünen steht fest: Glyphosat darf nicht weiter zugelassen werden und auch die Pläne Bayers zum größten Agrarchemieriesen aufzusteigen behalten wir im Auge!

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