Österreich ist nach einer Statistik das drittsicherste Land der Welt und Strache, Hofer, Niessl, Doskozil und Kurz liefern sich einen Wettlauf der Aufrüstung. Und das funktioniert.

Aber nein, das ist kein Widerspruch. Menschen wählen für die Zukunft und bewerten ihre Erwartungen relativ zur Gegenwart. Gerade wenn du im drittsichersten Land lebst, glaubst du leicht, dass in Zukunft alles unsicherer wird. In Kolumbien macht das niemandem Angst.

Die Linke war ja lange zu nobel zurückhaltend, um zu sagen: Wir haben eine der stabilsten Demokratien der Welt, mit fairem Interessensausgleich zwischen Kapital und Arbeit – und das wird schlechter, wenn wir nicht aufpassen. Oder wir leben in einem der fairsten Länder der Welt, alle Kinder bekommen die selben Chancen – und das wird schlechter, wenn wir nicht aufpassen. Nun, wir haben nicht aufgepasst und die Ungleichheit nimmt seit langem zu. Die Schuld dafür bekommen die Ausländer, nicht das eine Prozent, das die Kohle wirklich einsteckt.

Wir hätten also unseren eigenen Kampf, der glaubwürdig ist, eh vor Augen. Geführt gehört er halt, statt auf die Erzählungen der Rechten einzusteigen. Die Widerstände gegen CETA und TTIP sind Schritte in die richtige Richtung. Deshalb ist uns die FPÖ da auch nachgehechelt, als das funktioniert hat.

Veröffentlicht von Michel Reimon