Eva Glawischnig hat sich entschieden, sich aus der Spitzenpolitik zurückzuziehen. Es war eine sehr persönliche Entscheidung nach dem Neuwahl-Beschluss.

Sie hat die Partei neun Jahre geführt, war die erfolgreichste Parteichefin der grünen Geschichte – bei NR-Wahlen, Europawahlen, fünf Landesregierungen und dann noch VdB – und wurde trotzdem immer hart kritisiert und nie auch nur annähernd gleich behandelt mit Männern, die nur einen Bruchteil geschafft haben. Sehr unbedankt. So ist das Leben in der Spitzenpolitik. Es ist auch so, dass man nichtmal selbstbestimmt einen persönlichen Schritt setzen kann, ohne davor eine Nacht voller Gerüchte, Anrufe und gezielt gestreuter Info-Häppchen überstehen zu müssen.

Aber so sollte es nicht sein. Also ist jetzt mal das Wichtigste: Danke, Eva, für alles. Vor allem: Danke für die vielen Momente, wo du den Kopf hingehalten und persönlich Kritik und Schaden hingenommen hast, um andere zu schützen. Nicht nur einmal hab ich dich dabei beobachtet und bewundert, mit welcher Standfestigkeit du das machst. Und mich gefragt, wie viel Kraft das kostet.

Und gerade aus Respekt davor werde ich keine Silbe zu Gerüchten und Spekulationen sagen oder schreiben. Wir werden jetzt möglichst basisdemokratisch agieren und in der Partei diskutieren – wie wir es sicher nicht machen wollen, haben wir ja in der letzten Woche gesehen.

Veröffentlicht von Michel Reimon