Es gibt Dinge, für die habe ich nicht die passenden Worte. Aber ich habe auch nichts anderes als Worte… Also:

Während die Weltöffentlichkeit gebannt auf Ebola starrt, weil eine Handvoll Kranker den Westen erreicht hat, steuert Afrika auf eine Katastrophe von unvergleichlich größerem Ausmaß zu. Im März wird im Südsudan eine Hungerkatastrophe ausbrechen, weil es durch die Kämpfe im Sommer nicht möglich war, den Boden zu bestellen.

2,5 Millionen Menschen, der Großteil von ihnen Kinder, werden dann vom Tod bedroht sein. Das sind die Prognosen der Vereinten Nationen. Ich habe diese Informationen seit Juli, also sollten sie die relevanten Minsterien und die Kommission auch haben.

Die UN warnen seit Monaten davor, UNICEF und viele Hilfsorganisationen bemühen sich, die Aufmerksamkeit auf diese kommende Katastrophe zu lenken (pdf) und stoßen auf taube Ohren. Man könnte jetzt eingreifen und vorbeugend helfen und das Schlimmste gar nicht zulassen – aber Regierungen, die nichtmal der akuten humanitären Krise im Nahen Osten genügend Aufmerksamkeit schenken, können scheinbar schon gar nicht 6 Monate voraus denken.

Ich sage mir seit Wochen, ich kann mich nicht darum auch kümmern, sollte nicht darüber auch noch schreiben, nicht auch noch Anträge stellen. Ich bin für den Südsudan nicht zuständig, ich habe alle Hände voll mit dem Irak zu tun, eine wichtige Veranstaltung dazu nächste Woche im EP, etc, etc., und dann noch TTIP und Wettbewerbspakt und Netzneutralität und und und… Ja, ich weiß, ich weiß. Das ist irgendwie unpassend, hab ich ja gesagt…

Aber verdammt nochmal, IST DENN NIEMAND ZUSTÄNDIG??????

Als eines von wenigen westlichen Medien hat sich die BBC jetzt des Themas angenommen. Ich wünschte, dass das mehrere machen, um Druck auf die Regierungen und die Kommission zu bekommen. Bevor es März wird und die Reporter kommen, um tote Kinder zu filmen. Und ich werde es im EP thematisieren. Was heißt schon „zuständig“?

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Veröffentlicht von Michel Reimon