Steuerflüchtlingen in Europa das Handwerk legen

Brüssel (OTS) – Eine Woche vor dem Auftakt des Untersuchungsausschusses der Panama Papers ist ein neuer Steuerhinterziehungs-Skandal ans Licht gekommen: Die ehemalige EU-Kommissarin Neelie Kroes hat ihre Beteiligung an einer Briefkastenfirma auf den Bahamas verschwiegen. Das hat das “International Consortium of Investigative Journalists” (ICIJ) aufgedeckt, die Gruppe an InvestigativjournalistInnen, die die milliardenschweren Steuerumgehungen in den Panama Papers enthüllt haben. Kroes schloss in ihrer Amtszeit als Wettbewerbskommissarin das Referat zur Verfolgung von steuerlichen Beihilfen. So schützte sie auch jene Steuersümpfe, die sie dann selbst nutzte. Kroes hat mit dem Verschweigen ihrer Geschäftstätigkeiten auf den Bahamas ihre Amtspflichten schwer verletzt.

Michel Reimon, Europaabgeordneter der Grünen und wettbewerbspolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion, sagt:
„Der Fall Kroes zeigt, wie tief das System der Steuerhinterziehung ist. Steueroasen wie die Bahamas laden schamlos zu Geldwäsche ein und windige Geschäftsleute können sich jahrelang hinter den Konstrukten ihrer Briefkastenfirmen verstecken. Wir läuten in der Europäischen Union aber gerade eine neue Ära ein: Die EU-Kommission geht heute entschieden gegen Steuerdumping vor. Wir werden im Europäischen Parlament ab nächster Woche im PANA-Untersuchungsausschuss alles daran setzen, Geldwäsche und Steuertricks zu unterbinden und Steuerflüchtlingen das Handwerk zu legen.“

Veröffentlicht von Inge Chen

Pressesprecherin