Am 15. Dezember wäre die Zulassung für das Pflanzengift Glyphosat ausgelaufen. Nun hat der Vermittlungsausschuss des Rates für eine Verlängerung der Lizenz auf weitere fünf Jahre gestimmt. 18 Mitgliedsstaaten stimmten dafür und erreichten damit eine qualifizierte Mehrheit von 65% der EU-Bevölkerung (siehe Bild unten). Deutschland, Polen, Rumänien und Bulgarien haben sich bis dato immer enthalten und beugten sich Monsanto und Co’s Drohung die EU um 15 Mrd. Euro zu verklagen, sollten diese nicht die Lizenz verlängern. Damit spielten sie natürlich der EU-Kommission in die Hände, die eine Verlängerung auf sieben Jahre forderte.

Die Mitgliedstaaten hätten gut daran getan, sich der Position des EU-Parlamentes anzuschließen und den Willen der EU-Bürger*innen anzuerkennen, anstatt den Drohgebärden der Agrarlobby nachzugeben. Der Preis unserer Gesundheit ist nicht mit Geld aufwiegbar. Jetzt erst recht müssen wir im EU-Parlament einen Sonderausschuss für die Aufarbeitung des Glyphosat-Skandal einrichten und die Vorgänge rund um die Monsantopapers untersuchen. Der Kampf gegen Glyphosat ist nicht zu Ende – wir werden weiter für ein EU-weites Totalverbot kämpfen. 2022 sind wir und die 1,3Mio. Bürger*innen der Europäische Initiative #stopglyphosat wieder bereit Glyphosat endgültig zu stoppen

Und: Wettbewerbskommissarin Vestager und ich werden uns auch den Zusammenschluss von Monsanto und dem deutschen Konzern Bayer noch einmal genau unter die Lupe nehmen und untersuchen ob sie zusammen nicht den Wettbewerb in der EU verzerren. Dieser Agrarchemieriese profitiert nicht nur direkt über die Verlängerung von Glyphosat – er wäre durch den Zusammenschluss auch so stark, dass er unsere Landwirtschaft und damit auch die Art und Weise, wie in Zukunft unsere Lebensmittel produziert werden, massiv beeinflussen kann.

Veröffentlicht von Michel Reimon