Kommission eröffnet zweites Wettbewerbsverfahren

Brüssel – Die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hat heute angekündigt, ein zweites Wettbewerbsverfahren gegen den US-Internetkonzern Google einzuleiten. Google nutzt massiv seine Machtstellung am Markt aus und  schränkt Hersteller von Android-Geräten und Betreibern von Mobilfunknetzen ein. Bei allgemeinen internet-Suchdiensten verfügt Google in den meisten Mitgliedstaaten über Marktanteile von 90%. Die vorinstallierten Apps wie Google Suche zementiert diese Machtposition.

Michel Reimon, Europaabgeordneter der Grünen und wettbewerbspolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion, kommentiert den Schritt der Kommission:

„Wenn sich Googles dominierende Stellung bei mobilen Geräten und bei Suchmaschinen gegenseitig stützen, könnte das den Markt verzerren. Es ist auch hier dringend notwendig, dass die EU-Kommission diese Aktivitäten unter die Lupe nimmt. Markteintrittsschranken ersticken Innovation anderer, zumeist kleinerer, Unternehmen.“

Kleinere Tech-Unternehmen haben keinen Chance, gegen den Giganten Google anzukommen, weil der Google Playstore, der auf allen Android-Geräte installiert ist, KonsumentInnen daran hindert, andere App-Stores und konkurrierende Apps zu verwenden.

Android-NutzerInnen sind damit auch an das Betriebssystem gebunden. Ein Wechsel zu einem anderen Betriebssystem geht nur mit einem Verlust an Anwendungen, Daten, Kontakten sowie hohen Umstellungskosten einher.

„Europäische KonsumentInnen müssen sich darauf verlassen können, dass sie eine freie Wahl haben und entscheiden können, welche Apps sie verwenden. Dass Google diese Vorauswahl trifft, um seine Machtposition einzuzementieren, könnte unzulässig sein. Im Sinne der europäischen BürgerInnen muss daher EU-Kommissarin Vestager handeln.“

Veröffentlicht von Inge Chen

Pressesprecherin