Österreichs Regierung wird den 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche einführen und gleichzeitig den Zugang zur Schwerarbeiterpension erschweren.
Weil es warat wegen der Wettbewerbsfähigkeit, die sie sogar in die Verfassung schreiben wollen.
Nun, so kann man es schon sehen, wenn einem die Industrie den Wahlkampf finanziert: Wir sind umgeben von osteuropäischen Ländern mit niedrigeren Arbeitsrechten und Sozialstandards, die aber Zugang zu unseren Märkten haben. Österreichs Unternehmen haben seit über zehn Jahren unfairen Wettbewerbsdruck. Also streicht man die Rechte der österreichischen Arbeitnehmer*innen zusammen.
Aber richtig wäre etwas anderes: Wir sollten uns nicht mit Lohn- und Sozialdumping unterlaufen lassen und uns wehren. Unsere Regierung sollte für unsere hohen Standards und unseren Wohlstand kämpfen. Mindestlohn, Maximalarbeitszeit, Arbeitslosenversicherung etc sollten europaweit NACH OBEN angeglichen werden, nicht bei uns gestrichen.
Verdammt noch mal, wir haben in Österreich seit 30 Jahren Wirtschaftswachstum, unterbrochen nur von einem Jahr Banken(!)krise, und die ist heuer 10 Jahre her. Wie kann es sein, dass die Arbeiter und Arbeiterinnen weniger kriegen als davor? Ha, ÖVP, wie geht das? Ihr wart all diese 30 Jahre in der Regierung…
Es ist so: Österreichischen Arbeitnehmer*innen wird es nur gut gehen, wenn es auch den anderen gut geht und es keinen Billigwettbewerb nach unten gibt. Wenn die Arbeitskräfte Europas von der Industrie und ihren Regierungen gegeneinander ausgespielt werden, verlieren sie. Alle. Deshalb mussten Arbeitskämpfe immer schon lokal geführt, aber international gedacht werden. Eine Sozialunion, die in Osteuropa die Standards hebt, würde unsere bewahren. Bewahren. Von Ausbauen red ich da noch gar nicht. Denn natürlich gehören die Rekordgewinne der Konzerne an die Arbeitnehmer verteilt… Ich werd echt noch zum Konservativen…
Hoch der 1. Mai!
Hoch die internationale Solidarität!

Veröffentlicht von Michel Reimon