Konservative segnen Erhöhung der Abgasgrenzwerte ab

Strasbourg – Mit der heutigen Abstimmung hat die konservative Mehrheit im Europäischen Parlament – mit Unterstützung von Liberalen und SozialdemokratInnen – gegen die Empfehlung des Umweltausschusses für eine Erhöhung der Abgasgrenzwerte bei PKWs gestimmt. Damit darf die Autoindustrie nun die Emissionsgrenzwerte um bis zu 110% erhöhen.

„Die Autolobby muss trotz Abgasskandal ihre Praxis mit gefälschten Abgaswerten nicht ändern und kann weiterhin unsere Luft verpesten. Konservative haben den Freibrief heute dafür unterschrieben. Konsequenzen für den flächendeckenden Betrug der Autoindustrie gibt es somit keine“, sagt Michel Reimon, EU Abgeordneter der Grünen.

Der Verkehrssprecher der Grünen, NR Georg Willi fügt hinzu: „Niemand käme auf die Idee bei Alkohol am Steuer die Höchstgrenze von 0,5 Promille um einen Abweichungsfaktor von 2,1 aufzuweichen. Der Entwurf der Kommission bei den Stickoxidwerten sieht jedoch genau das vor: statt 80mg/kg sind bis 2021 168mg/kg erlaubt und danach noch immer 120mg/kg. Eine Lachnummer nach dem aufgeflogenen Abgasskandal! Die Autolobby lacht sich in Fäustchen und klopft den Konservativen anerkennend auf die Schulter.“

Die Autoindustrie muss Verantwortung übernehmen. Das bedeutet: Schadstoffausstoß reduzieren und Grenzwerte einhalten! Technisch ist eine Umsetzung längst machbar.

Für beide Grünpolitiker ist klar: „ Wer den Ausstieg aus fossiler Energie erreichen will, muss der Autolobby auf die Finger schauen! Die ÖVP hat mit der heutigen Abstimmung wieder bewiesen, dass sie auf Seiten der Industrie steht und hat die Autoindustrie reingewaschen.“

Veröffentlicht von Inge Chen

Pressesprecherin