Gestern wurde ein neues Dokument im Top-Secret-TTIP-Leseraum aufgelegt. Mein Büro hat sofort reagiert und mich angemeldet, heute um 8:30 war ich gleich als erster drin.

Was ich sagen kann, weil es in der auch von meinem Büro lesbaren, also nicht geheimen Mail stand: Das Dokument heißt „Tactical state of play of the TTIP negotiations – October 2016“

Über den Inhalt darf ich nichts sagen. Würde ich diese Regel brechen, würde mir vermutlich nicht allzu viel passieren, aber die Kommission wäre hoch erfreut: Es wäre der gesuchte Anlass, allen Abgeordneten für den Rest der Verhandlungen den Zugang zu sperren und den Leseraum wieder abzuschaffen.

Ich darf in den Leseraum nichts mitnehmen, Handy, Computer und Notizbuch müssen draußen bleiben. Ich bekomme nur einen Kugelschreiber und ein Blatt Papier, das mit meinem Namen und Seitenzahl gekennzeichnet ist. Ich bin jetzt bei Blatt 15/16, nächstes Mal bekommte ich 17/18.14633435_360193977645983_5856693103422133704_o

Nach dem Besuch im Leseraum wird meine Mitschrift von den Beamten in diesem Kuvert versiegelt, so darf ich es mitnehmen. Ich kann es natürlich jederzeit aufreißen, das dient wohl nur dazu, dass auf dem Weg vom Leseraum zu meinem Büro niemand einen Blick darauf erhascht. Etwas paranoid ist das schon. Aber der Kleber hält zumindest.

Inhaltliches Fazit:

Ich habe neue Details, im Großen ändert sich nichts. Ich kann an allen Kritikpunkten festhalten.

Veröffentlicht von Michel Reimon